Schaltgetriebe

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Getriebeschema.JPG

Ölwechsel Schaltgetriebe

Allgemeine Informationen


Nach den ersten 1500 bis 2000 km muß das von Werk aus eingefüllte Einlauföl gegen ein Getriebeöl mit der Spezifikation API-GL4-5 und SAE 75W90, 80W90 oder 85W90 ausgetauscht werden. Wobei die Erfahrung zeigt, daß 75W90 als vollsynth. Öl eher zu dünn zu sein scheint und somit zu Geräuschen führen kann. Danach genügt ein Ölwechselintervall von 30.000-60.000 km. Die 60.000 km beziehen sich aber auf die Verwendung von 20% Mathy-Getriebeölzusatz! Bei der Füllmenge gibt es werksseitig nur die 30 Jahre alte Vorschrift. Befüllt man das Getriebe über die Einfüllschraube links, wird ca. 1,35l. eingefüllt. Der Grund hierfür liegt im Gehäuse, dass für ein 4-Gang Getriebe konzipiert wurde und der daraus resultierenden Auslegung der Ölmenge. Der 5.Gang wurde im Laufe der Modellentwicklung angeflanscht, ohne das alte Fiat-124-Gehäuse anzupassen. Hierdurch kann es zu einer unzureichenden Schmierung kommen. Daher empfehlen die versierten Niva Kenner in diesem Fall das Fahrzeug beim Befüllen schräg zu stellen um eine Füllmenge von ca. 1,8l zu erreichen oder gemäß nachfolgender Anleitung vorzugehen.



Befüllen durch schräg stellen

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Den Niva einseitig soweit anheben das die linke Schwellerunterkannte ca. 19cm höher steht als die rechte. Jetzt hat die Karosse inkl. Getriebe die richtige Schrägstellung und in die Einfüllöffnung passen ca. 1,8L Öl bis es wieder austritt.

Dazu setzt man an der linken Seite einen Wagenheber an und findet mit Kontrollmessungen am rechten und linken Schweller die richtige Schrägstellung heraus. Bequemer geht es mit einer Hebebühne bei der auf der linker Seite entsprechende Unterlagen beigelegt werden. Dabei unbedingt den sicheren Halt der Karosse auf der Bühne beachten.


Befüllen durch die Schaltkulisse


Zunächst mit einem Kreuzschlitzschraubendreher die markierten Schrauben lösen. Für die Schraube hinten links beim Schaltknüppel ist evtl. eine Umschaltknarre mit entsprechenden Einsatz notwendig, da man mit einem Standardschraubendreher nicht ran kommt. Eine weitere Schraube befindet sich unterhalb des Aschenbecher (nicht auf dem Bild zu sehen).

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Um die Abdeckung des Getriebetunnels besser abzubekommen, kann man die Schaltknäufe abschrauben, das ist aber nicht zwingend erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass der Schaltknauf des Schaltgetriebes (langer Hebel) ein Rechtsgewinde und die Knäufe für Mitteldifferenzialsperre und Verteilergetriebe (beiden kurzen Hebel) ein Linksgewinde haben. Es ist Vorsicht geboten, da man bei zuviel Krafteinsatz die Gummigewinde ausreißen kann. Nun kann man die komplette Abdeckung anheben und die Stecker vom Zigarettenanzünder entfernen. Um die Abdeckung gänzlich zu entfernen bedarf es ein wenig Fummelei und sanfter Gewalt, da die Lasche unterhalb des Radioeinschubs im Weg ist.
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Nun können die markierten Schrauben gelöst (oberen 2 Schrauben sind durch Balg verdeckt) und die Abdeckung samt Balg entfernt bzw. hochgeschoben werden.
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Jetzt braucht man nur noch die Gummimanschette hochschieben oder entfernen.
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Beim jetzt folgenden Schritt ist unbedingt darauf zu achten, dass nur die äußeren 3 Muttern (rot markiert) und nicht die inneren Muttern (blau markiert) gelöst werden. Beim Lösen der inneren, falschen Muttern fallen Kugeln und Federn ins Getriebe! Die im Bild nicht zu sehende Mutter (unten rechts) ist schwer zugänglich, jedoch mit einem Ringschlüssel zu lösen. Alternativ kann man in das Blech schneiden und es nach vorne aufrollen und anschließend wieder zurückrollen oder eine komplette Aussparung schneiden. Anschließend jedoch die Schnittkante vor Korrosion schützen. Jetzt kann der Schaltknüppel abgenommen werden. Hierbei ist ggf. ein beherztes Wackeln notwendig. Meistens wird dabei die runde Dichtung beschädigt. Entweder besorgt man sich vor dem Ölwechsel vorsorglich eine neue oder man dichtet es mit Gehäusedichtmasse ab.
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Nun kann die gewünschte Menge Öl mittels Meßbecher in das Getriebe eingefüllt werden.
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Der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.