Hohlraumversiegelung

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Allgemeines

Eine Hohlraumversiegelung bzw. Hohlraumkonservierung ist eine Konservierungsmaßnahme an Kraftfahrzeugen. Dabei wird in Hohlräume von Fahrgestell und Karosserie, in die bei normalem Betrieb Wasser oder (feuchte) Umgebungsluft eindringen können, ein Rost-Inhibitor eingebracht. Dieser sollte gut kriechfähig sein und eine dauerhaft wasserdichte Oberfläche ausbilden. Bei Neufahrzeugen wird heute durchweg ein Hohlraumschutzwachs verwendet. Dieses kann auch bei Altfahrzeugen eingesetzt werden, hat allerdings den Nachteil, nach einigen Jahren brüchig zu werden. Alternativ werden Fette eingesetzt, die sich bei Erwärmung im Sommer verflüssigen und stets elastisch bleiben, die erste Wahl bei Altfahrzeugen. Eine nachträgliche professionelle Versiegelung setzt die sorgfältige Reinigung und Rostentfernung zu bearbeitender Partien voraus, darüber wirkt sich eventuelle Restfeuchte stark negativ aus, da diese gewissermaßen mitkonserviert wird. Bei späteren Schweißarbeiten sind nachbehandelte Fahrzeuge mitunter stark brandgefährdet, da oft zuviel Wachs verwendet wird. Dieses ist leicht entzündlich, wenn der Flammpunkt überschritten wird. Die regelmäßige Reinigung von vorgesehenen Wasserabläufen ist geboten, um Wasseransammlungen in Hohlräumen zu vermeiden.

Blatt 185

Lada Niva

Die werksseitig oder vom Händler eingebrachte Hohlraumversiegelung ist in der Regel immer unzureichend bzw. gar nicht vorhanden. Zur Hohlraumkonservierung sollte im Idealfall immer Mike Sanders Korrossionsschutzfett verwendet werden. Für einen Lada Niva werden 8 bis 10 kg dieses Fettes benötigt. Weiterhin gibt es noch eine Vielzahl anderer guter Mittel, z. B. Das Siega Fett von Gerd Mönnich, Fluid Film, Elaskon etc., welche verwendet werden können. Auch kommt eine Mischung aus Mike Sanders und Fluid Film in Frage. MS ist so gut wie nicht abwaschbar, also bestens für Radläufe und Unterboden geeignet. Das Mönnich Fett hat eine etwas bessere Kriechfähigkeit im Vergleich zu MS. Jedes Mittel hat in gewisser Weise Vor- und Nachteile, es gibt nicht das absolute Wundermittel. Wichtig ist, dass alle unten genannten Stellen behandelt werden und die Hohlräume in gewissen Abständen kontrolliert und ggf. nachbearbeitet werden.

  • Die zu bearbeitenden Stellen sind auf Blatt 185 des Werkstatthandbuches ersichtlich

zusätzlich

  • die Dachholme und der Windlauf unter der Frontscheibe,
  • die Heckklappe,
  • die Türen hoch bis zu den Fenstern
  • A-Säule von oben über das Loch der Sonnenblendenbefestigung (Um den Dachstoß von innen zu erreichen!)
  • B-Säule von oben über die Innenraumbeleuchtung (nicht zwingend erforderlich)
  • C-Säule auch bis zum Dach
  • Heckklappenscharnier lösen und Fett drunter, auch an die Unterseite des Daches im Bereich der Scharnierbefestigung
  • Gummidichtung der Motorhaubenauflage entfernen und Fett drunter
  • Seitenblinker entfernen, innen und außen Fett aufbringen
  • Dachstöße von innen

Das Mike Sanders Korrossionsschutzfett sollte auch auf den Unterboden aufgebracht werden.

Literatur

  • Hans-Hermann Braess, Ulrich Seiffert: Vieweg Handbuch Kraftfahrzeugtechnik. 2. Auflage, Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden, 2001, ISBN 3-528-13114-4

Weblinks